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LGBTI* Geflüchtete in Zeiten von Corona

Die Lesbenberatungsstelle LeTRa, die Trans*Inter*Beratungsstelle und das Sub - Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V. fordern Schutz von LGBTI* Geflüchteten – auch und vor allem in Zeiten von Corona!

LGBTI*Geflüchtete in Zeiten von Corona

 München, 02. April 2020: Die Lesbenberatungsstelle LeTRa, die Trans*Inter*Beratungsstelle und das Sub - Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V. fordern Schutz von LGBTI* Geflüchteten – auch und vor allem in Zeiten von Corona! Die Unterbringung von Geflüchteten in ANKER-Zentren und großen Gemeinschaftsunterkünften ist in Zeiten des Corona-Virus unverantwortlich und kann Leben gefährden. LeTRa, die Trans*Inter*Beratungsstelle und Sub fordern die sichere Unterbringung von geflüchteten LGBTI*s – auch und vor allem in Zeiten von Corona.

Die Zustände in den Gemeinschaftsunterkünften und ANKER-Zentren sind untragbar. Immer noch sind Geflüchtete dort auf Mehrbettzimmern untergebracht und damit einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Für viele geflüchtete LGBTI*s spitzt sich die Situation zusätzlich zu: Homo- und transfeindliche Diskriminierung und Gewalt in den Unterkünften gehörten auch schon vor Corona zum Alltag von vielen LGBTI* Geflüchteten. Jegliche Aktivität außerhalb der Unterkünfte gehört daher normalerweise zur Überlebensstrategie: Der Besuch von Veranstaltungen der LGBTI*-Community, Deutschkurse oder Gruppentreffen. In Zeiten von #stayathome gibt es keine Möglichkeit der Homo- und Transfeindlichkeit in den eigenen vier Wänden zu entkommen. Viele Klient*innen unserer Beratungsstellen warten auf die Entscheidung über ihre Umverteilung in eine geschützte Unterkunft. Aufgrund der Corona-Krise hat die Regierung von Oberbayern jedoch alle Umverteilungen ausgesetzt.

"Auf Grund der strukturellen anhaltenden Diskriminierung von LGBTI* befinden sich noch immer Menschen auf der Straße, in einem queerfeindlichen Elternhaus oder harren in endlosen Asylverfahren aus, bis ihr Fluchtgrund seitens des Staates anerkannt wird. Eben jene Menschen, welche bis Dato schon marginalisiert wurden, zeigen sich nun als Lupenvergrößerung der bisherigen Diskriminierung in

Zeiten der Corona-Krise.", so Julia Bomsdorf, Pressesprecher*in von LeTRa. Daher ist es wichtig, dass die staatliche Reaktion auf COVID-19 die Prekarität besonders vulnerabler Gruppen anerkennt und Schutzmechanismen eingeführt werden. Nicht jeder Mensch hat ein "sicheres Zuhause", in dem eine solche Krise mit den Angehörigen bewältigt werden kann.

Unsere Forderungen an die Stadt und die Regierung von Oberbayern:

  • Auflösung der Massenunterkünfte
  • Unterbringung aller Geflüchteten in Einzelzimmern
  • Nutzung leerstehender Immobilien und Hotels, nach dem Vorbild anderer europäischer Städte
  • Umverteilung von geflüchteten LGBTI*s in geschützte Unterkünfte nach München
  • Transparente, mehrsprachige Kommunikation und Information seitens der Behörden
  • Aussetzung aller Abschiebungen

 

Pressekontakte

LeTRa: Julia Bomsdorf, julia.bomsdorf@letra.de, +49 157 35440316

Trans*Inter*Beratungsstelle: Quentin Rothammer, quentin.rothammer@trans-inter-beratungsstelle.de

Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum Sub: Andreas Langhammer, presse@subonline.org

089-8563464-11